Im Rahmen einer Exkursion konnten wir mehrere landwirtschaftliche Betriebe kennenlernen, die eindrucksvoll zeigen, wie vielfältig, innovativ und zukunftsorientiert die Landwirtschaft heute ist. Jeder Betrieb setzt dabei eigene Schwerpunkte und verbindet Tradition mit modernen Ansätzen.

Maurerhof – Familienbetrieb mit mehreren Standbeinen

Am Maurerhof leben und arbeiten vier Generationen gemeinsam – ein echtes Beispiel für gelebte Tradition. Betriebsleiter Johann Schipflinger bewirtschaftet rund 20 Hektar Eigenfläche sowie 18 Hektar Pachtfläche. Am Hof werden etwa 50 Fleckvieh-Milchkühe sowie zahlreiche Nachzuchttiere gehalten. Ergänzt wird der Tierbestand durch Schweine, Pferde, Geflügel und Kleintiere.

Der Betrieb setzt auf mehrere Einkommensquellen: Neben der Heumilchproduktion spielen Direktvermarktung und die Vermietung von Privatzimmern eine wichtige Rolle. Ein Teil der Milch wird direkt am Hof verarbeitet und verkauft, während der Rest an eine Molkerei geliefert wird.

Ein besonderes Highlight ist die Almwirtschaft: Von Ende Mai bis September verbringen die Rinder den Sommer auf der Melkalm in bis zu 2000 Metern Seehöhe. Auch technisch ist der Betrieb gut ausgestattet – etwa mit einer modernen Heutrocknungsanlage und großzügigen Güllelagerkapazitäten.

Bauerneis Millinger – Handwerk trifft Innovation

Ein spannendes Beispiel für Diversifizierung bietet der Betrieb von Hannes Millinger. Der gelernte Elektrikermeister produziert seit rund 20 Jahren Speiseeis und kombiniert dabei technisches Know-how mit kulinarischer Kreativität. Seine Frau, eine Küchenchefin, entwickelt die Rezepte – eine perfekte Zusammenarbeit.

Das Eis wird an regionale Geschäfte, Tourismusbetriebe und Supermärkte geliefert. Besonders interessant war der Einblick in die Herstellung und die Unterschiede zwischen Sorbet und Milcheis.

Neben der Eisproduktion betreibt Hannes auch Landwirtschaft im kleinen Rahmen und zieht Holstein-Kälber für einen anderen Betrieb auf.

Guggenhof – Landwirtschaft und Tourismus vereint

Der Guggenhof in Going am Wilden Kaiser liegt auf etwa 800 Metern Seehöhe und verbindet Milchproduktion mit Tourismus. Neben 8 Hektar Grünland und rund 40 Hektar Wald werden auch Ferienwohnungen angeboten.

Der Betrieb wird als konventioneller Silobetrieb geführt und erreicht solide Milchleistungen. Moderne Technik wie ein Side-by-Side-Melkstand und ein Futtermischer erleichtern die tägliche Arbeit. Der Stall ist flexibel konzipiert und kann bei Bedarf an neue Produktionsformen angepasst werden.

Besonders hervorzuheben ist die durchdachte Betriebsstruktur sowie die herzliche Gastfreundschaft der Familie, die den Aufenthalt am Hof zu einem besonderen Erlebnis macht.

Betrieb Pfeifer – Zukunft der Milchviehhaltung

Der Betrieb Pfeifer zeigt eindrucksvoll, wie moderne Landwirtschaft durch Technik unterstützt wird. Der neu errichtete Stall (Baujahr 2022) ist auf dem neuesten Stand und bietet Platz für rund 50 Milchkühe sowie zahlreiche Nachzuchttiere.

Die Tiere werden in einem Laufstall mit Tiefboxen gehalten und nach Leistung in Gruppen eingeteilt. Automatisierte Systeme wie Futter- und Ausmistroboter sorgen für Effizienz und erleichtern die tägliche Arbeit erheblich.

Auch bei der Tierbeobachtung kommt Technik zum Einsatz: Ein modernes System unterstützt die Brunsterkennung und verbessert so das Herdenmanagement.

Mit einer durchschnittlichen Milchleistung von etwa 44 Litern pro Kuh und Tag zählt der Betrieb zu den leistungsstarken Betrieben. Die Milch wird direkt gekühlt, um höchste Qualität zu gewährleisten.


Fazit

Die besuchten Betriebe zeigen eindrucksvoll, wie vielseitig die Landwirtschaft heute ist. Ob Familienbetrieb, Direktvermarktung, Tourismus oder High-Tech-Stall – alle Betriebe setzen auf individuelle Konzepte, um wirtschaftlich erfolgreich zu sein und gleichzeitig nachhaltig zu arbeiten.

Diese Einblicke verdeutlichen, wie wichtig Innovation, Engagement und Leidenschaft für die Zukunft der Landwirtschaft sind.